Aktien, ETF, WTF…?!

Börsen-Crashkurs, die wichtigsten Begriffe

Um davon abzukommen dass die Börse böse, nur was für reiche Finanzgurus und super smarte Broker ist, müssen wir uns einfach mal kurz damit beschäftigen was es an der Börse so alles gibt, was man damit macht und warum das Ganze überhaupt nicht böse ist.
Es wird gar nicht so schlimm, ich verprech´s 🙂

Eine Börse ist nichts anders wie ein Markt.
So wie es bei dir in deinem Ort vielleicht jeden Donnertag einen Bauernmarkt oder Blumenmarkt gibt, gibt es auch Börsen für Wertpapiere, Rohstoffe und andere Finanzprodukte. Es ist also nichts weiter als ein Handelsplatz an dem dafür gesorgt wird dass man die Produkte zu einem geregelten Ablauf und Möglichkeiten kaufen bzw. verkaufen kann.
Eine Börse ist auch immer reguliert, das heißt sie ist transparent was die Kursbildung und Preisfindung betrifft. Es gibt viele verschiedene Börsen verstreut in der ganzen Welt, so wie es ganz viele verschiedene Bauern-, Schmankerl-, Weihnachtsmärkte oder online Märkte wie willhaben.at gibt.

An dieser Börse werden nun Finanzprodukte gehandelt.
Davon gibt es viele unterschiedliche, einfache und hochkomplexe Produkte von denen wir jetzt die Wichtigsten anschneiden.

Index: Ein Index ist im Wesentlichen nichts anderes als eine Liste mit Positionen (zB. Aktien) die bestimmte Merkmale aufweisen. Zum Beispiel gibt es einen Index der die Top 30 Aktiengesellschaften von Deutschland anhand ihrer Wertentwicklung misst. Man kann davon ausgehen dass dieser Index auch den Rest des Aktienmarktes repräsentiert.

Aktie: ist ein Wertpapier das einen Anteil einer Aktiengesellschaft (AG) oder Kommanditgesellschaft (KG) (Unternehmen, zB. Amazon, Apple, usw…) verbrieft.

Fond: ist im Prinzip ein aus viele unterschiedlichen Aktien zusammengepacktes Gesamtpaket. Grundgedanke: durch verschiedene Aktienanteile setzt man nicht alles auf ein Pferd, sondern streut sein Risiko breiter.

Hier gibt es jetzt schon die erste wesentliche Unterscheidung:

Aktive Fonds: hier entscheidet ein Mensch (Fondmanager) darüber welche Aktien er in das Gesamtpaket reinpackt und welche nicht. –> Arbeitszeit –> Gehalt des Fondmanagers –> hohe Kosten

Passive Fonds: hier wird nur in einen Indexwert investiert (geschieht in der Regel auch voll automatisiert) das heißt der Fond selbst nimmt keinen Einfluss darauf was alles in dem Paket enthalten ist, er investiert nur in den Index. (Also eine Liste, siehe weiter oben) Weil ein passiver Fond nicht von einem Menschen bzw. Manager gemanagt wird, sind die Spesen und Kosten von diesem viel günstiger.

Buy & Hold: Eine Strategie für längerfristiges Anlegen / Investieren zu Deutsch: Kaufen & Halten. Man kauft ein oder mehrere Wertpapiere und behält diese(s) dann für einen längeren Zeitraum im Depot. Sprich, man verkauft es nicht wieder. Durch das lange Halten der Wertpapiere kann man die Kursschwankungen, welche in jede Richtung andauernd geschehen, besser „aussitzen“.

Daytrading: Traden ist wohl die bekannteste aller Strategien, Daytraden ist also der Vorgang von Kaufen und Verkaufen von Wertpapieren innerhalb (in der Regel) eines Tages. Bei diesem kurzen Vorgang ist es fast unmöglich Kursschwankungen auszugleichen. Meist wird bei dieser Art von Strategie auch noch ein Hebel eingesetzt- dazu aber erst später mehr.

Chart & Chartanalyse: Ein Chart ist eine Aufzeichnung aller Bewegungen des Kurses eines Wertpapieres. Also quasi eine Tafel mit den Auf und Abs einer bestimmten Zeitperiode. Sagen wir mal Aktie XY hat im Zeitraum von einer Woche erst 2% dazugewonnen, dann 3% verloren, dann wieder 1,5% dazugewonnen, dann wieder 2% verloren und dann nochmal 3% dazu gewonnen. Dieses Auf und Ab kann man an einem Chart ganz genau und exakt nachlesen. Zu welcher Zeit die Aktie XY wieviel wert war/ist bzw. wieviel Wert sie gewonnen oder verloren hat und aus dem Chart kann man dann gewisse Trends ablesen.
Es gibt ganz eigene Chartanalysemethoden, dazu werden wir noch einen ganz ausführlichen Beitrag machen.

Dividende: Eine Dividende ist der Teil des Gewinnes einer Aktiengesellschaft welcher an den Aktionär ausgezahlt wird. Also an jeden der eine Aktie hält (noch so ein Vorteil von Buy & Hold) Jedoch kann die AG selbst entscheiden ob und wieviel Dividende ausbezahlt wird.

Rendite: Die Rendite ist nichts anderes wie der Ertrag der in einem Jahr erzielt wird, in Bezug auf den Kapitaleinsatz. Aber der richtigste Satz den ich je zur Rendite gelesen habe ist folgender: Die Rendite ist die Belohnung für das in Kauf genommene Risiko.²

Zins & Zinseszins: Ein Zins ist quasi das Entgelt was uns bezahlt wird wenn das Geld welches wir veranlagt haben weiterverliehen wird. Aber das wirklich Interessante ist der Zinseszins: ganz einfach gesagt ist der Zinseszins nichts anderes als der verzinste Zins vom Vorjahr, und Vorvorjahr und so weiter 🙂
Das heißt, die Zinsen welche wir zuerst bekommen haben, werden im nächsten Jahr wieder mitverzinst, und im Jahr darauf werden die beiden Zinsen aus den vorhergegangen Jahren auch wieder mitverzinst. Darum ist der Zinseszins auch soooo mächtig. Denn egal wieviel wir als Sparrate festlegen, die Kurve steigt früher oder später exponentiell hoch an!

Crashkurs Ende. Vollgepackt mit schönen Finanzbegriffen welche die böse Börse hoffentlich ein wenig entmystifizieren und weniger gefährlich machen.
Die Begriffe sind grob und sehr „oberflächlich“ erklärt, würde man da ins Detail gehen müsste ich für jeden einzelnen Begriff einen eigenen Post verfassen. Doch im Grunde geht es mir darum, dass das Wesentliche erst einmal verstanden ist. Dass das Unverständliche und Schwerverdauliche umgewandelt wird in kleine leichte Häppchen.
Hat man sich erst einmal mit den Grundbegriffen und Grundsystemen angefreundet, steht dem ersten Investment an der Börse ja schon fast nichts mehr im Weg 😉

Aber keine Angst, das sehen wir uns noch genauer an- den Weg zur ersten Investition, zum ersten Wertpapier zum ersten Börsenhandel 🙂

Stay tuned!

 

²Quelle: Gerd Kommer – Souverän investieren für Einsteiger
Hier ein Link zum Buch:

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4 Kommentare zu „Aktien, ETF, WTF…?!

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